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Unser diesjähriges Sommer-Kulturprojekt "Friedrichshain - Ein Stadtteil im Umbruch" wird aus sieben verschiedenen, sich ergänzenden und kommentierenden
Elementen bestehen, die im Verlauf von zwei Wochen eine konzentrierte
Beschäftigung und Begegnung mit diesem sich wandelnden Stadtteil ermöglichen. Ausstellung
Die Erfahrungen mit der Ausstellung zur
100-jährigen Alltags-Geschichte "Berlin Upper East Side" aus
Anlass des 100-jährigen Jubiläums der Zwingli-Kirche haben bewiesen,
dass ehemalige, vor allem aber die neuen und jüngeren Bewohner des Bezirks an
seiner Alltags- und Entwicklungsgeschichte ausgesprochen großes Interesse haben.
KulturRaum Zwingli-Kirche e.V. wird deshalb dem vielfach
geäußerten Wunsch nachkommen, diese Ausstellung aus dem Jahr 2008 noch einmal zu
zeigen und zur "Langen Nacht der Museen" erneut aufbauen.
Zeitzeugen-Werkstatt In
ihrem Rahmen werden an sechs Tagen
in einer nach den guten Ergebnissen und Erfahrungen aus dem
Zeitzeugen-Projekt der Ausstellung "Vor dem Fall der Mauer - 40 Jahre
Leben mit der Teilung in Friedrichshain und Kreuzberg" im vergangenen
Jahr extra recherchierten Zeitzeugen-Werkstatt ausgewählte Bürgerinnen
und Bürger aller
Generationen zu Wort gebeten.
Nach den Erfahrungen 2009 mit dem
Publikum bei den abendlichen Veranstaltungen und mit Schülern im Rahmen des Unterrichts, darf
dabei von einem regen Interesse an erzählter Erlebnis-Geschichte
ausgegangen werden. Auch in unserem Sommerprojekt werden diese
Gespräche mit zum Teil betagten Zeitzeugen auf Video aufgezeichnet,
und wir bewahren so die Erinnerungen für nachfolgende
Generationen.
Zusätzlich werden aus dem
Vereins-Archiv, das inzwischen auf mehr als 50 aufgezeichnete Zeitzeugen-Gespräche
angewachsen ist, ausgewählte Beispiele zur
Vorführung kommen können. KIQ - Kino im Quartier -
DEFA-Filmreihe
In der DDR waren das Kino wie die Politik an der
Realität interessiert, einschließlich der Konflikte, wenn die
Kinobilder nicht den Wunschbildern entsprachen. In den Kinofilmen
der DEFA, dem staatlich alimentierten Filmproduktionsmonopol in
Potsdam, verfingen sich die Szenen dieses Landes, entblößten dessen
innere Wahrheit. Zu den erfolgreichsten Teilen der topografisch
zentrierten Geschichtsarbeit von KulturRaum Zwingli-Kirche e.V. gehören die
Kino-Film-Reihen, in denen vor allem die ausgewählten DEFA-Filme,
aber auch thematisch zugeordnete Spielfilme aus der westdeutschen
Produktion großes Interesse fanden.
Die Kinofilme der DEFA sind heute
historisches Anschauungsmaterial und zugleich Zeugnisse eines
verschwundenen Landes geworden, in denen man das Entwicklungsbild
politischer Propaganda, aber auch verdeckte Botschaften entdecken
kann. Für das Kino-Begleitprogramm sind Kinofilme komplementär
ausgewählt worden unter dem Blickwinkel, die Zeit, von der sie
erzählen, besser zu verstehen. Sie ist eine Ergänzung zu dem, was
in der Ausstellung zu sehen, in den Lesungen zu erfahren und im
Zeitzeugen-Gespräch zu erleben ist. Nur wer schon etwas weiß, sieht
auch. Wer nichts weiß, sieht auch nichts. Schreib-Werkstatt
Im April 2010 wird unser Verein zusammen
mit der Stadtteil-Zeitung
BERLINER WOCHE eine Schreib-Werkstatt zum Thema "Unser Boxi im Wandel
der Zeit" ins Leben rufen. Die 10 besten Geschichten, die von einer
hochkarätig besetzten Jury (u.a. Torsten Schulz) ausgewählt
werden, sollen im Rahmen des KulturRaum-Sommerprojektes am Open
Family Weekend vorgestellt werden. Autoren-Lesungen
Parallel zu der Filmreihe werden
Autoren durch Lesungen und Gespräche und Diskussionen mit dem
Publikum Geschichte durch Erzählungen lebendig werden lassen. Die
Auswahl der neu erschienenen Bücher in der Lese-Reihe behandelt
historische Sachbücher wie neue Erzählungen und Romane und wendet
sich an die Leser, die im ehemaligen "Osten" (DDR) und im
ehemaligen "Westen" (BRD und West-Berlin) inzwischen
herangewachsen sind und die die Verhältnisse der frühen Jahre nicht
selbst erlebt haben. Open Family Weekend
In der Mitte des KulturRaum
Sommer-Projektes 2010 wird unser Verein, der als einer der “365 Orte
im Land der Ideen“ ausgezeichnet wird, am Wochenende des 4./5. September
2010 seine bisherigen und zukünftigen
Aktivitäten öffentlich präsentieren, um Interessenten für sein bürgerschaftliche
Engagement zu werben. Die Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils haben an zwei
aufeinander folgenden Tagen Gelegenheit, die ehrenamtliche Arbeit des
Vereins kennenzulernen und Möglichkeiten
der eigenen Beteiligung zu erkunden. Es werden außerdem in Anwesenheit der
Autoren zwei RBB-Dokumentationen zur Geschichte des Viertels
gezeigt: Eva Demmler - "Ecken und Kanten", Martin Wiebel - "Steine können sich
nicht erinnern". Führungen
Zum Abschluß des KulturRaum-Sommerprojekts werden
am am „Tag des Offenen
Denkmals“ mehrere Führungen durch BERLIN UPPER EAST SIDE, das
Stadtquartier Rudolfplatz, das Baudenkmal Zwingli-Kirche und die
ehemalige Industrieanlage OSRAM/NARVA angeboten. Fotos: Anke Baltzer, Klaus-Peter Kurz |