Do 18.6. - 20 Uhr - Eintritt 10 €, ermäßigt 6 €
Audiovisionen Victoria Keddie, Nour Sokhon
In ihren Konzerten entwirft Victoria Keddie weite Spannungsbögen aus Sprachfragmenten und digitalen Soundsplittern. Vorsichtig tastend umkreisen ihre Sets das Thema Sprache, um sich langsam mehr und mehr zu verdichten. Hörprobe: https://victoriakeddie.bandcamp.com/album/apsides
Die libanesische Künstlerin Nour Sokhons überträgt Ihre künstlerische Forschung, darunter Interviews, Fieldrecordings und Aufnahmen von organisierten ortsspezifischen Interventionen, feinfühlig in Sound und Musikperformances. Hörprobe: https://auralconduct.bandcamp.com/album/beirut-birds
Vorverkauf: https://www.tixforgigs.com/Event/72770
Deutscher Übersetzung siehe unten
Victoria Keddie (US) and Nour Sokhon (Beirut/ Berlin) bring together two distinct approaches to sound and communication. Keddie works beyond structured language, exploring how error, interference, and transmission artifacts destabilize meaning. Sokhon draws from artistic research — interviews, field recordings, and site-specific interventions — translating documentary processes into sound and music composition. Together, their practices trace the boundaries between communication, place, and signal.
Working with fragments of memory drawn from her personal archive of Interviews, Nour traces the slow deterioration of words into sound. Through live looping of voice and objects, she opens portals where memory travels, translated through bodily gestures where the machinic meets the intimate, and disorder folds into form. For this collaboration, Keddie incorporates a neural machine and analog synthesizer as extensions of the artist’s vocal language. Together, the machines work to process ruptured moments, dissolving them into a dense, abstract spatial field. Voice becomes a fragile, powerful acoustic force, unfolding, fragmenting, and collapsing in real time.
Victoria Keddie (USA) und Nour Sokhon (Beirut/Berlin) vereinen zwei unterschiedliche Ansätze zu Klang und Kommunikation. Keddie arbeitet jenseits strukturierter Sprache und untersucht, wie Fehler, Störungen und Übertragungsartefakte Bedeutungen destabilisieren. Sokhon greift auf künstlerische Recherche zurück – Interviews, Feldaufnahmen und ortsspezifische Interventionen – und übersetzt dokumentarische Prozesse in Klang- und Musikkompositionen. Gemeinsam loten ihre Arbeiten die Grenzen zwischen Kommunikation, Ort und Signal aus.
Nour arbeitet mit Erinnerungsfragmenten aus ihrem persönlichen Archiv von Interviews und verfolgt den langsamen Verfall von Worten zu Klang. Durch Live-Loops aus Stimme und Objekten öffnet sie Portale, durch die Erinnerungen wandern, übersetzt durch körperliche Gesten, in denen das Maschinelle auf das Intime trifft und sich Unordnung zu Form faltet. Für diese Zusammenarbeit integriert Keddie eine neuronale Maschine und einen analogen Synthesizer als Erweiterungen der stimmlichen Sprache der Künstlerin. Gemeinsam verarbeiten die Maschinen bruchhafte Momente und lösen sie in einem dichten, abstrakten Raumfeld auf. Die Stimme wird zu einer zerbrechlichen, kraftvollen akustischen Kraft, die sich in Echtzeit entfaltet, fragmentiert und zusammenbricht.
